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Verdienst in Amway

Wie viel wird verdient bei Amway? Kann man mit Amway reich werden? Kann Amway finanziell unabhängig machen? Kann hier jeder reich werden? Kann man hier "frei" werden - finanziell und somit vielleicht auch persönlich? – Das sind für bestehende und zukünftige Mitglieder zentrale Fragen. Nicht zu letzt, weil Amway-Mitglieder gerne gut klingende Einkommensversprechen geben. So wirbt Amway bzw. die Schwarz-Organisation damit, dass sie ihren Mitgliedern ermögliche, persönlich frei zu werden (Groß 2008: Kapitel 9.7.1). Diese „Chance“ wird gerne mit den Einkommen begründet, die erzielt werden können. Als besonders attraktiv wird hier die Einkommensebene des „Diamanten“ angepriesen. Dieser erhält, so eine Beispielsrechnung im Heft „Mein Weg zum Kronenbotschafter“ [1] Aber auch die darunter liegende Ebene des „Platins“ wird als wichtige Etappe zur persönlichen Freiheit genannt. Im genannten Motivationsheft wird ihr beispielhaft eine monatliche Provision von ca. 2.200-3.000 Euro [2] zugesprochen. Während für den Platin 20.000 Euro monatlicher Gruppenumsatz notwendig sind, sind dies für die Diamant-Ebene 506.000 Euro.
 
Wie bei anderen MLM-Unternehmen, liegen auch bei Amway keine offiziellen Zahlen vor, die Auskunft darüber geben, wie viele Mitglieder die entsprechenden Ebenen erreichen können. Dennoch ist es möglich über den von Amway angegebenen Jahresumsatz, die Mitgliederzahl und die oben genannten Beispielrechnungen eine Einschätzung zur Einkommensseite aufzustellen.
 
Zunächst zum durchschnittlichen Umsatz der Mitglieder. Gemäß eigenen Angaben im Internet hat AW Deutschland rund 85.000 selbständige Mitglieder bei einem Umsatz von 119 Mio. Euro für das Geschäftsjahr 2003/2004.[3] Werden vom Umsatz geschätzte 4 Mio. Euro in Form von Jahresgebühren[4] abgezogen, ergibt sich für 2003/2004 ein Umsatz durch Waren in Höhe von 115 Mio. Euro. Dies bedeutet einen geschätzten durchschnittlichen Wareneinkauf pro Mitglied von knapp 1.353 Euro/Jahr und rund 113 Euro/Monat

 

Anteil erfolgreicher Mitglieder auf der Basis von Schwarz/Schwarz (2001)

Ebene Monatsprovision in Euro Benötigter Gruppenumsatz in Euro Anzahl notwendiger Mitglieder i.d. Downline Max. Anteil an Führungskräften, die Ebene monatlich erreichen können
Platin, S. 20 ~2.200-3.000 20.000 ~176 1 aus 177, d.h. ~0,57%
Diamant, S. 26 ~16.400-17.700 506.000 ~4.477 1 aus 4.477, d.h. ~0,02%
 
Um nun die Platin-Ebene mit einem Gruppenumsatz von rund 20.000 Euro pro Monat zu erreichen, sind in der eigenen Downline 176 Mitglieder (mit durchschnittlichem Einkauf) nötig. Für die Diamant-Ebene müssen monatlich 506.000 Euro umgesetzt werden. Dafür werden 4.477 Mitglieder mit einem durchschnittlichen Einkauf benötigt. Dies bedeutet auch, s. letzte Spalte Tabelle 1, dass schätzungsweise 1 Mitglied aus 177 Mitgliedern die Platin-Ebene innehat, also rund 0,57%. Die Diamant-Ebene wird von einem aus 4.477 Mitgliedern erreicht, also von rund 0,02%.


Literaturnachweis:
Amway GmbH (Ed.) (2004): Amway Geschäftsbedingungen und Null Toleranz-Richtlinie. Amway GmbH.
Groß, C. (2008): Multi-Level-Marketing - Identität und Ideologie im Network-Marketing. Wiesbaden: VS.
Schwarz, M./Schwarz, M. E. (2001): Mein Weg zum Kronenbotschafter. Langenmosen: Marianne und Max Schwarz GmbH & Co.Vertriebsförderungs KG.

 
[1] Die jeweils höhere Zahl kommt zustande, wenn das jeweils benötigte Umsatzniveau über einen Zeitraum von 12 Monaten hinweg aufrecht erhalten wird.
[2] Die jeweils höhere Zahl kommt zustande, wenn das jeweils benötigte Umsatzniveau über einen Zeitraum von 12 Monaten hinweg aufrecht erhalten wird.
[3] Die Angaben stammen von der Internetseite Amways: www.amivo.de/press_room01.html, abgerufen am 27.11.2006.
[4] Mitglieder zahlen rund 40 Euro Jahresgebühr, wobei passive Mitglieder, die Amway nur als ‚Member’ (zum Eigenbedarf der Produkte, kein Geschäftsaufbau) nutzen, laut Interviewpartnern weniger zahlen und umsatzstarke Mitglieder den Jahresbeitrag erlassen bekommen. Da es eine hohe Abbruchrate gibt, muss somit von rund 120.-130.000 Mitgliedern ausgegangen werden. Die Einnahmen für die Jahresgebühr werden hier dementsprechend auf 4 Mio. Euro geschätzt.