Bestellen

Daten zum Direktvertrieb

Vorab: Auch wenn so manches Mitglied mit ’sicheren’, ’wissenschaftlichen’ und ’objektiven’ Erkenntnissen wirbt: Die Datenlage zum Direktvertrieb und somit auch zum Multi-Level-Marketing ist eher gering. Eine zentrale Ursache dürfte sein, dass die Gemeinsamkeiten sich lediglich auf den Vertriebsweg der Produkten erstrecken, also dem Verkauf durch Außendienstmitglieder. Bei den Produkten selbst besteht dagegen eine äußerst große Vielfalt: Sie reicht vom Waschmittel und Kosmetik über Gefrierwaren für Menschen sowie Tierfutter bis hin zum Telefon- oder Bausparvertrag.


Die wichtigsten Bezugsquellen für Informationen sind die folgenden drei Verbände:
Beachte: Da sowohl der europäische als auch der weltweite Verband auf den deutschen Verband zurückgreifen (und umgekehrt), sind die Daten der jeweiligen Quellen zur Mitgliederzahl und zum Umsatz in Deutschland jeweils gleich.


Umsatz in 2006 (www.wfdsa.org):
  • Weltweit rund 110 Mrd. US-Dollar durch ca. 67,98 Mio. Direktvertriebsmitglieder
  • In Deutschland rund 8,3 Mio. US-Dollar in 2006 bei rund 713,500 Mitglieder

Anzahl der Unternehmen:
Zur Anzahl der Unternehmen lassen sich nur Schätzungen abgeben. Der Bundesverband Direktvertrieb Deutschland e. V. hat 36 Mitglieder (Stand Juli 2008). Auf der kritischen Internetseite MLM-Beobachter (www.mlm-beobachter.de) ließ sich bis vor zwei Jahren eine Liste mit 141 Unternehmen finden. Die beiden Listen überschneiden sich bei einem Eintrag, so dass dies eine Mindestanzahl von 176 DV-Unternehmen in Deutschland ergibt. Angesichts der vielen ’toten’ MLM-Firmen (’MLM-Friedhof’ unter http://www.transgallaxys.com/~beo/memoriam.htm), ist die genannte Zahl sicher zu niedrig – zuverlässigere oder umfassendere Daten bestehen meines Wissens nach jedoch nicht.

Mitglieder:
Was angesichts der hohen Mitgliederzahlen in Deutschland – 700.000 Personen – berücksichtigt werden muss, ist die Bedeutungsvielfalt der Mitgliedschaft. Hier lassen sich grob drei Ausrichtungen unterscheiden: ’Eigenbedarf’, Nebenerwerb und Haupterwerb. Während die letzten beiden Kategorien selbsterklärend sind, bedeutet Eigenbedarf folgendes: Die Mitgliedschaft in einem DV ist oft mit einer relativ geringen Einstiegsgebühr und u. U. mit keinerlei Jahresgebühr verbunden. Dementsprechend gibt es Mitglieder, die ihre Zugehörigkeit wie in einem Kundenclub nutzen: Sie bestellen für sich – sowie die eigene Familie, Freunde etc. –, verkaufen aber nicht und nehmen nicht an Veranstaltungen teil. Welcher Anteil an Mitglieder in diesem Sinne ’passiv’ ist, schwankt von Unternehmen zu Unternehmen. Diese werden jedoch i.d.R. nicht veröffentlicht.